Ist der Beruf des Einkäufers durch die Digitalisierung bedroht?

In den vergangenen Jahren hat sich der Beruf des Einkäufers aufgrund zahlreicher technischer Innovationen sehr stark gewandelt. Heute müssen sich die Fachkräfte zunehmend mit komplexer Software und multimedialen Angeboten beschäftigen. Die Entwicklung von künstlichen Intelligenzen, Blockchain und Smart Contracts löst innerhalb des Berufsstandes zudem große Verunsicherung aus. Immer mehr Einkäufer stellen sich die Frage, ob ihr Beruf aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung zukünftig von einer Maschine übernommen wird. Deshalb erfahren Sie in diesem Artikel, welchen Einfluss KI, Smart Contracts, Blockchain und andere Technologien auf den Beruf des Einkäufers haben können.

Wie können KI und Blockchain den Einkauf unterstützen?

Bei den künstlichen Intelligenzen und der Blockchain-Technologie handelt es sich um die beiden zentralen Kernthemen der Digitalisierung. Insbesondere wenn diese Themenbereiche miteinander kombiniert werden, ergeben sich enorme Chancen in nahezu jedem Geschäftsbereich. Durch den Einsatz moderner KI entstehen aus gewöhnlichen Maschinen und Anlagen sogenannte Smart Objects. Dabei handelt es sich um Geräte, die innerhalb eines bestehenden Netzwerks autark mit anderen Smart Objects kommunizieren können.

Blockchain hingegen beschäftigt sich mit der Verknüpfung der Aufgabengebiete einzelner Smart Objects zu einer eigenständigen Wertschöpfungskette. Auf diese Weise können ganze Produktionsräume und Fabriken völlig ohne menschliches Zutun ein fertiges Endprodukt herstellen und die dafür erforderlichen Ressourcen einkaufen. Dabei sind die Maschinen sogar in der Lage, eine eigene Konto- und Transaktionsverwaltung durchzuführen, um wirtschaftlich effizient zu arbeiten.

Die Kombination beider Technologien stellt somit bereits eine enorme Hilfe für den Einkauf dar, wenn die Systeme nur im eigenen Netzwerk agieren. Im Zuge der Digitalisierung öffnen jedoch immer mehr Anbieter ihre Systeme für ein dezentrales Machine-to-Machine-Payment (M2M). Dadurch können die Smart Objects unter anderem Strom, Roh- und Werkstoffe von anderen Unternehmen eigenständig einkaufen, um sie anschließend zu verarbeiten. Gleichzeitig sorgen die künstlichen Intelligenzen dafür, dass sich der Markt permanent selbst optimiert und sowohl Ein- als auch Verkauf das bestmögliche Ergebnis erzielen.

Hindernisse beim Einsatz von KI und Blockchain im Einkauf

Der Einsatz von Blockchain und künstlichen Intelligenzen hält für ein Unternehmen jedoch nicht nur Vorteile bereit. Häufig werden im Hinblick auf die enormen Chancen die teilweise sehr hohen Risiken dieser Technologien vernachlässigt. Selbst eine autark handelnde Maschine muss in regelmäßigen Abständen gewartet werden, um fehlerfrei zu funktionieren. Der komplexe Aufbau dieser Geräte erfordert zudem den Einsatz von speziell ausgebildeten Fachkräften. Entsprechend erhöhen sich die Wartungskosten für die Anlagen erheblich.

Weiterhin ist die Funktionsweise der künstlichen Intelligenzen für viele Unternehmer nur schwer zu verstehen. Das kann dazu führen, dass Funktionsstörungen und fehlerhafte Informationen innerhalb der Blockchain erst mit einer gewissen Verzögerung entdeckt werden. Darüber hinaus ist die Blockchain ein starres System, in dem gespeicherte Informationen von außen praktisch nicht verändert werden können. Dadurch führen Fehler zu nachhaltigen wirtschaftlichen Schäden. Falsche Daten sind um ein vielfaches schlimmer als keine Daten.

Schließlich kommunizieren die Smart Objects im Internet of Things ununterbrochen miteinander. Deshalb sind sie sehr anfällig für Cyber-Attacken. Wenn es einem Kriminellen gelingt, in das System einzudringen, zieht das weitreichende Konsequenzen für das betroffene Unternehmen nach sich. Eine direkte Anbindung von künstlichen Intelligenzen und Blockchain an den Einkauf kann dazu führen, dass manipulierte Programme fehlerhafte Bestellungen durchführen. Außerdem besteht die Gefahr, dass Konkurrenten sich durch eine beauftragte Attacke zusätzliche Wettbewerbsvorteile sichern wollen. Cyberkriege im privatwirtschaftlichen Sektor können nicht ausgeschlossen werden.

Wo werden KI und Blockchain bereits im Einkauf eingesetzt?

Die Umsetzung eines vollständig autarken Systems mit automatisiertem Einkauf ist heute aufgrund zahlreicher Aspekte noch nicht möglich. Während sich die Smart Objects einerseits noch nicht auf dem erforderlichen Stand der Technik befinden, unterstützen kaum Anbieter den M2M-Vertrieb. Aus diesem Grund kommen KI und Blockchain aktuell lediglich als unterstützende Komponenten zum Einsatz. Die Geräte werden als absolute Spezialisten konzipiert, die den Menschen lediglich in einer einzigen Aufgabe übertreffen. Dadurch können sie unter anderem in einer enormen Vielfalt an Angeboten zielsicher das Unternehmen mit den besten Konditionen finden. Zudem setzen bereits einige Unternehmen KI und Blockchain in der Produktion ein, um Bestelllisten für erforderliche Rohstoffe automatisiert erstellen zu lassen. Einige fortschrittliche Systeme können bei einer bestehenden Produktionskette mit computerunterstützter Lagerhaltung automatisiert einen optimalen Zeitpunkt für den Einkauf empfehlen.

Was sind Smart Contracts und wie beeinflussen Sie den Einkäufer?

Grundsätzlich handelt es sich bei Smart Contracts um Computerprotokolle, die laufende Verhandlungen sowie die Abwicklung von Verträgen unterstützen sollen. In Kombination mit künstlichen Intelligenzen und der Blockchain-Technologie bilden sie jedoch die wichtigste Grundlage für den automatisierten Einkauf. In den Programmen können selbst komplexe Verträge einfach abgebildet und maschinell auf ihre Inhalte überprüft werden. Somit wird eine schriftliche Fixierung der Vertragskonditionen in der Regel überflüssig. Auf diese Weise entsteht im Einkauf eine höhere Vertragssicherheit sowie eine Reduzierung der allgemeinen Transaktionskosten.

Ein weiterer Vorteil besteht in der automatisierten Vertragsabwicklung. Abgeschlossene Smart Contracts können von beiden Parteien nicht mehr gebrochen werden. Dadurch entfällt die Überwachung der Einhaltung sämtlicher Vertragsinhalte. In vielen Betrieben kommt es aufgrund von Krankheit der verantwortlichen Mitarbeiter regelmäßig zu verspäteten Zahlungen oder Bestellungen. Durch die digitalen Verträge werden diese Engpässe zuverlässig vermieden. Entsprechend bieten sie bereits heute dem Einkäufer im Arbeitsalltag eine spürbare Entlastung.

Ersetzen KI und Blockchain in Zukunft den Einkäufer?

Ebenso wie in vielen anderen Berufen haben sich die Anforderungen an einen kompetenten Einkäufer in den vergangenen Jahren fortwährend geändert. Diese Entwicklung wird durch die andauernde Digitalisierung sowie die Entwicklung von künstlichen Intelligenzen und der Blockchain-Technologie lediglich fortgeführt. Auch in Zukunft wird der Einkauf von Waren und Dienstleistungen nicht immer vollständig automatisiert ablaufen. Das Berufsbild des Einkäufers wird sich aber dennoch gravierend ändern.

Dank der technischen Errungenschaften werden repetitive Aufgaben immer häufiger aus dem Verantwortungsbereich des Einkäufers verschwinden. Er bestellt daher nicht länger jeden Monat bei den gleichen Zulieferern die gleichen Rohstoffe und Materialien, um den laufenden Betrieb sicherzustellen. Stattdessen kümmert er sich um außerplanmäßige Investitionen wie die Buchung von Marktuntersuchungen, Unternehmensberatungen oder Event-Managern für die nächste Betriebsfeier. Darüber hinaus wird das Anforderungsprofil um einige technische Aufgabengebiete ergänzt werden. Dabei erhält der Einkäufer die Aufgabe, die künstlichen Intelligenzen sowie den autonomen Einkauf zu überwachen, um Fehlfunktionen frühzeitig zu entdecken und Reparaturen oder andere Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Veröffentlicht am 29. Juni 2018, von

Geschrieben von:

Maximilian Kramer

Maximilian Kramer ist Serial Entrepreneur, Online Marketer und Mitbegründer der eldurado GmbH. Sein Fokus im Bereich Digitalisierung liegt auf der Prozessautomatisierung und Optimierung mit modernsten Technologien. Durch seine berufliche Laufbahn kennt er sowohl die Herausforderungen traditioneller Unternehmen als auch den Weg zur digitalen Champions League. Sein Ziel ist die gewinnbringende und zukunftsweisende Symbiose beider Welten.