Angebote erstellen und vergleichen

Grundlagenwissen: Angebote erstellen und vergleichen

Ein Angebot zu erstellen oder ein Angebot anzufordern ist in vielen Unternehmensbranchen eine bedeutende Tätigkeit im kaufmännischen Berufsalltag. Für eine professionelle Angebotserstellung mit Auswahl der richtigen Angebotsart und korrekter Formulierung ist wichtiges Fachwissen gefragt. Ein korrektes und umfänglich ausgearbeitetes Angebot bedarf einer strukturierten Vorgehensweise. Dies mag mühsam erscheinen, ist langfristig gesehen jedoch zeitsparend, da dem Kunden bestenfalls kaum oder keine Rückfragen offen bleiben.

Was sind Angebote?

Die Angebotserstellung ist ein Aufgabenbereich innerhalb der Beschaffungswirtschaft. Bei einer telefonischen oder mündlichen Anfrage eines Kunden, reagiert das Unternehmen mit einer Angebotsunterbreitung. Diese beinhaltet die Dienstleistung oder Ware um die es sich handelt, die Kaufbedingungen und die Angebotsart. Ein Angebot kann schriftlich und auch mündlich erfolgen, jedoch ist die gängigste Form ein schriftliches Angebot. Die meisten Unternehmen nutzen eine bestimmte Angebotsvorlage, in der bei jeder Angebotserstellung jeweils nur noch die Adressdaten des Kunden sowie angebotene Konditionen und die Geschäftsbedingungen festgelegt werden.

Welche Angebotsarten gibt es?

Angebote unter Anwesenden:
Das Angebot kann nur während des Gesprächs angenommen werden. (mündliche Angebote)

Angebote unter Abwesenden:
Zeit für die Sendung des Angebots, für die Überlegung des Kunden, sowie auch für die Rücksendung einplanen. (nur schriftliche Angebote)

Befristete Angebote:
Wenn eine Angebotsfrist gesetzt wurde, hat das Angebot innerhalb der genannten Zeit die Gültigkeit, um das Angebot in Anspruch zu nehmen.

Unverbindliche Angebote:
Es ist eine Art „Aufforderung zur Abgabe eines verbindlichen Angebots“. Dafür sind unbedingt Freizeichnungsklauseln notwendig. Zum Beispiel „unverbindlich, freibleibend etc.“.

Teilweise unverbindliche Angebote:
Bei einem teilweise unverbindlichen Angebot besteht noch keine Preis- und Mengenfestsetzung. Klauseln wie zum Beispiel „Preis ohne Gewähr, nur solange Vorrat reicht etc.“ sind dafür notwendig.

Wie schreibe ich ein Angebot?

Eine ansprechende und passende Formulierung ist ein wichtiges Hauptmerkmal, um ein professionelles Angebot zu erstellen. Es ist darauf zu achten, dass die passende Angebotsart und auch die passende Anrede gewählt wird. Ein Angebot sollte aus kurzen Sätzen bestehen. Es sollte auf ein vorhergegangenes Telefongespräch/eine Anfrage eingegangen werden. Hier finden Sie einige Beispiele, wie ein Angebot beginnen könnte und welche Angaben ein Angebot beinhalten sollte:

  • Wir nehmen Bezug auf unser gestriges Telefongespräch und unterbreiten Ihnen gerne ein Angebot.
  • Vielen Dank für Ihr Interesse an unsere/m Produkt/en. Wir bieten Ihnen nachstehendes Angebot an.
  • Vielen Dank für Ihre Anfrage vom XX.XX.XX. Wir bieten Ihnen folgendes Angebot an.

Preise, Rabatt

Zum Beispiel: Auf Ihre Bestellung können wir Ihnen 5% Rabatt gewähren.

Lagerbestand

Zum Beispiel: Der gewünschte Artikel ist vorrätig /nicht mehr vorrätig. Wir können Ihnen folgende Alternative anbieten.

Gültigkeit des Angebots

Zum Beispiel: Dieses Angebot ist unverbindlich gültig bis zum XX.XX.XX.

Vorbehalt

Zum Beispiel: Dieses Angebot gilt nur solange der Vorrat reicht.

Hinweise

Zum Beispiel: Der Mindestbestellwert beträgt XX.

Garantie

Zum Beispiel: Auf unsere Produkte gewähren wir XX Jahre Garantie.

Stornierung

Zum Beispiel: Eine Stonierung ist innerhalb von XX Tagen möglich.

Lieferungs- und Zahlungsbedingungen

Zum Beispiel: Zahlung netto/innerhalb von 30 Tagen.

Schlussformulierung

Zum Beispiel: Bei Rückfragen zu diesem Angebot wenden Sie sich gerne jederzeit an uns.

Wer erstellt ein Angebot und darf dieses unterschreiben?

Eine Angebotsabgabe ist eine einseitige Willenserklärung. Nimmt der Kunde das Angebot willentlich an, kommt ein rechtsverbindlicher Vertrag zustande. Eine Unterschrift dient der Beweissicherheit. Grundsätzlich ist ein Angebot auch ohne Unterschrift gültig, außer es wurde im Angebot anders vereinbart. Ein Angebot unterschreiben dürfen diejenigen Personen, welche eine Handlungsvollmacht in ihrem Aufgabenbereich übertragen wurde. Sie sind dazu berechtigt, rechtsverbindliche Angebote anzunehmen bzw. Verträge abzuschließen.

Wann sollte man ein Angebot nachfassen?

Sollten Sie ein Angebot abgegeben haben und keine Reaktion vom Kunden erhalten, so empfiehlt es sich, den Kunden auf das Angebot anzusprechen. Sie können ganz einfach nachfassen, indem Sie erfragen, ob das Angebot angekommen ist und ob noch Fragen bestehen. Es ist legitim, ein Angebot nach ein paar Tagen nachzufassen – es sei denn, es wurde anderweitig vereinbart. Es ist zu beachten, dass ein Kunde oft einen Angebotsvergleich durchführt und somit nicht sofort auf ein unterbreitetes Angebot reagieren wird. So lange Sie im Dialog mit dem Kunden bleiben, können Sie das Angebot stets optimieren, Rabatte gewähren oder Alternativen aufzeigen. Kalkulieren Sie einen gewissen Verhandlungsspielraum ein, so können Sie Ihrem Kunden guten Gewissens entgegenkommen.

Die andere Seite der Macht: Die Einkäuferseite

Warum sind Angebotsvergleiche sinnvoll?

Angebotsvergleiche sind, wie das Wort aussagt, sinnvoll um Angebote miteinander zu vergleichen. Dabei achtet man nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die anderweitigen Angebotsbedingungen wie Lieferzeiten, Versandkosten, Durchführungszeiträume etc. Der Gesamtumfang ist entscheidend, um für das Unternehmen das effektivste Angebot auszuwählen. Es empfiehlt sich, wenn es die Zeit zulässt, stets mehrere Angebote einzuholen.

Auf was sollte man bei einem Angebotsvergleich achten?

Sind alle angeforderten Angebote eingegangen, so sollten die Angebote Punkt für Punkt miteinander verglichen werden. Der Preis allein ist oftmals nicht entscheidend um den besten Anbieter auszumachen. Um das optimale Angebot herauszufiltern, sind weitere Kriterien wie Lieferzeiten oder Versandkosten zu beachten.

Wonach richtet sich Angebot und Nachfrage und wovon sind sie abhängig?

Das Zusammenspiel zwischen Angebot und Nachfrage ergibt den Preis. Als Gleichgewichtspreis bezeichnet man die Menge auf dem Markt, bei der das Angebot gleich der Nachfragemenge ist. Da dies nicht immer der Fall ist, steigen oder sinken Preise je nach aktueller Nachfragmenge.

Was bedeutet Angebotsüberhang: Von einem Angebotsüberhang wird gesprochen, sobald es weniger Kaufinteressenten als Anbieter gibt. Daraus folgt, dass der Preis für ein Produkt niedriger wird, da die Konkurrenz versucht, ihr Produkt über den Preis auf dem Markt attraktiver erscheinen zu lassen.

Was bedeutet Nachfrageüberhang: Sobald es mehr Käufer auf dem Markt gibt, die Nachfrage also höher ist als das Angebot, steigt der Marktpreis. Dies erschließt sich daraus, dass ein Mangel an Produkten besteht und die Käufer dazu bereit sind, mehr zu zahlen, um ein Produkt überhaupt zu erhalten.

Veröffentlicht am 29. Juni 2018, von

Geschrieben von:

Maximilian Kramer

Maximilian Kramer ist Serial Entrepreneur, Online Marketer und Mitbegründer der eldurado GmbH. Sein Fokus im Bereich Digitalisierung liegt auf der Prozessautomatisierung und Optimierung mit modernsten Technologien. Durch seine berufliche Laufbahn kennt er sowohl die Herausforderungen traditioneller Unternehmen als auch den Weg zur digitalen Champions League. Sein Ziel ist die gewinnbringende und zukunftsweisende Symbiose beider Welten.